Ritterrüstungen
Ritter, Drachen und Prinzessinen
seperator Geschichtliches

Heutzutage verzeichnen Mittelaltermärkte bzw. mittelalterliche Festspiele eine immer größer werdende Besucherzahl. Solche Feste gewinnen erst aber seit den 1980er an Jahren Relevanz in Deutschland, wobei den Amerikanern “Renaissance fairs” schon in den 60er ein Begriff waren. Darsteller und ein wachsender Teil von Besuchern kleiden sich in kreative bzw. mittelalterlich angehauchte Gewänder und bieten jedem an diesem speziellen Lebensgefühl zu partizipieren. In der heutigen Zeit zeigt es sich, dass bestimmte Märkte schon einen gewissen Volksfestcharakter besitzen und damit lediglich eine Vorstellung vom Mittelalter widergeben.

Der Erfolg solcher Festspiele kann man auch in Zahlen aufzeichnen: Für das Jahr 2010 wurden allein bis zum späten Frühjahr 686 Veranstaltungen erfasst, für das gesamte Jahr 2009 waren es 903. Hingegen wurden 2004 nur 300 solcher Mittelaltermärkte konstatiert. Dabei gibt es zudem einige Faktoren, die eine derartige Entwicklung begünstigen. Einerseits sind es die lockern gesetzlichen Regelungen für die Verkaufszeiten, andererseits sind es aber auch die guten Positionierung in frequentierten Innenstadtlagen.

Die Waren auf diesen Märkten sind so vielfältig, wie die Besucher selbst. So finden sich zumeist Kunsthandwerkswaren, aber auch Esoterik bzw. Gothicprodukte. Typische Waren sind beispielsweise Schmuck, Keramik, Lederwaren, Felle, Kräuter, Hieb- und Stichwaffen, Ritterruestungen (siehe Keywordforderung). Außerdem gibt es mittelalterliche Handwerksleute mit heute aussterbenden Berufen, die vor Ort ihre Fertigkeiten zeigen wie Korbflechter, Bader, Löffelschnitzer, Kerzenzieher, Drechsler und Waffenschmied. Es gibt wohlgemerkt auch Kunstschaffende, die wie ehemals die Wikinger aus Speckstein Skulpturen und Töpfe herstellen. Nicht zu unterschätzen sind auch die unterschiedlichen Artisten, Künstler und Musikanten, die ihre Tätigkeit zum Teil auch hauptberuflich ausüben.

So haben z.b. bestimmte Akrobaten, Feuerspuker, Ritter und Schwertkämpfer damit überregionale Berühmtheit erreicht. Die Musik der Mittelalterszene, die mit wachsender Popularität dieser Veranstaltungen eine größere Rolle erlangt, ist schon ihrer eigenständigen Begutachtung würdig. Auf größeren Mittelaltermärkten werden zusätzlich auch Schaukämpfe und Ritterturniere ausgetragen. So kämpfen einzelne Ritter oder auch ganze Gilden um Ruhm und Ehre, vor allem aber um die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Da choreografisch alles perfekt aussehen sollte, werden zumeist kommerzielle Gruppen angeheuert. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass in den letzten Jahren auch andere Kämpfe dargestellt wurden, wie ein Kampf zwischen Kelten und Römern.
Letzten endes lässt sich der Erfolg dieser Festivitäten nicht zuletzt auf die passend gewählten Veranstaltungsorte zurückführen. Wenn die Kulissen eine stimmige Burg sind, kann aus einem Mittelaltermarkt eine Sehenswürdigkeit entstehen. Die Burg Rabenstein in Nordbayern beispielsweise verzeichnet bei passenden Veranstaltungen so einen riesigen Besucherauflauf.

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