Der Plattenpanzer stellt eine Schutzkleidung dar, die seinen Träger während kriegerischer Kampfhandlungen im Mittelalter vor allem vor Stichverletzungen schützen sollte. Dabei musste der bestmögliche Kompromiss zwischen optimalem Schutz des Trägers und der Gewährleistung seiner Beweglichkeit gefunden werden. Eine weitere Problematik stellte der Hitzestau unter der Rüstung dar, der vielen Trägern von Rüstungen ernste Probleme bereitete und manchen sogar zum Verhängnis wurde.
Anfangs wurden wahrscheinlich ausschließlich vor die Brust gehängte oder an der Brust befestigte Platten aus Metall als Schutz bei bewaffneten Kämpfen verwendet. Doch schon während der Bronzezeit wurden Plattenpanzer hergestellt, die den gesamten Körper umhüllten. Diese waren allerdings sehr schwer und sperrig. Die alten Griechen benutzten kurze Brustpanzer kombiniert mit Beinschienen und einem Helm. Auch bei den Kriegern des römischen Reiches war diese Kombination bis zum Zerfall ihres Reiches gebräuchlich. Zusätzlich wurden noch Schienen zum Schutz der Unterarme getragen.
Von den Kelten wurden schon in der Zeit vor Christi Geburt Kettenhemden getragen, die eine optimale Beweglichkeit gewährleisteten. In der Folge verlor die Plattenrüstung an Bedeutung und blieb lediglich hohen Offizieren als Statussymbol vorbehalten.
Nach dem Auseinanderfallen des Römischen Reiches waren Kettenhemd für eine längere Zeit der favorisierte Schutz. Eine Kettenrüstung bot aber keinen ausreichenden Schutz gegen den wuchtigen Stoß mit einer kräftig und gut geführten Lanze und war auch nicht der Beschießung mit einer Armbrust gewachsen. Eine massivere Rüstung musste entwickelt werden. Die Entwicklung tendierte wieder zur Plattenrüstung. Immer neue Verbesserungen der Festigkeit des Materials, in Einklang mit klug ausgetüftelten beweglichen Elementen zur Verbesserung der Mobilität des Trägers, ließen Ganzkörperrüstungen entstehen. Sogar Hände und Füße wurden mit metallenen Schuhen und Handschuhen geschützt. Aus jener Zeit stammt auch der Mythos von der Unbezwinglichkeit der Ritter.
Das Ende der Plattenrüstungen wurde mit den Schlachten von Crecy im 14. Jahrhundert und Azincourt Anfang des 15. Jahrhunderts eingeläutet. Die als unbezwingbar geltenden gepanzerten französischen Ritter wurden von den englischen Langbogenschützen, deren Pfeile eine ungeheuere Durchschlagskraft besaßen, besiegt. Die Pfeile durchschlugen die Rüstungen und der Ritter ging jämmerlich in seiner gepanzerten Rüstung zu Grunde. Zwar wurden die Plattenrüstungen fürderhin noch massiver, aber der Durchschlagskraft der jetzt entwickelten Feuerwaffen wie Arkebusen und Musketen waren sie nicht gewachsen. Die entscheidenden Faktoren für die Kriegsführung waren jetzt nicht mehr Panzerung sondern Beweglichkeit.