Der Name Ritter (lat. eques, franz. chevalier, engl. knight, ital. cavaliere, span. caballero, slaw. vitez, vityaz, ungar. vitéz) stammt aus dem Mittelhochdeutschen und heißt übersetzt Reiter. Damit wird ein gerüsteter, berittener Krieger des europäischen Mittelalters bezeichnet, der in der Lage ist, sich selber zur Wehr zu setzen.
Die Kunst des Ritterspiels oder auch Ritterturniers entwickelte sich aus der Zeit zwischen der Antike und der Neuzeit. Auf der Bühne wird die Ritterthematik heute wieder lebendig. In bestimmten Gegenden Süddeutschlands und Österreichs, wie bei den „Pradler Ritterspielen“ oder beim „Tschauner“ in Wien, wurden sogar einige Besonderheiten entwickelt: Besonders heitere oder gruselige Szenen werden zur Belustigung des Publikums mehrfach wiederholt.
Eher traditionell, als symbolisches Kampfspiel an historischen Tagen, laufen die Ritterspiele z.B. in Kroatien ab, bei dem die Teilnehmer in zwei Kreisen aufeinander zu reiten, um mit der Lanze in den Kreis oder andere Stellen zu treffen.“Sinjska alka“ findet jährlich vom 1. bis 3. August statt. In Sinj erinnert die „Alka“ an die Eroberung Kroatiens durch die Türken (1463 – 1536). Zahlreiche Aufstände blieben erfolglos, bis Providur Cornaro die Stadt 1686 befreite. Ritter gab es aber überall, von Münster bis München…
Beliebt sind die Ritterspiele besonders bei Familienausflügen, beispielsweise die „Ehrenberg – die Zeitreise“ in Reutte,Tirol, das Kaltenberger Ritterturnier in Geltendorf oder Ritterspiele auf Burg Sommeregg in Seeboden, Millsätter See.
Ritterrüstung
Zum Schutz der Ritter im Kampf dient eine Rüstung, die aus Metallplatten geformt dem Körper angepasst ist. Dieser Plattenpanzer tauchte in Westeuropa Ende des 14. Jahrhunderts erstmals auf. Er schützte einen Großteil des Körpers bis in das 17.Jahrhundert, wobei er sich ständig weiter entwickelte. Spezielle Schienen aus Metall, Geschübe, und Stahlnetze sorgten für ausreichende Bewegungsfreiheit, den der Ritter im Kampf benötigt hat. Den Rest des Körpers schützten großflächige Stahlplatten.
Im frühen Mittelalter bevorzugten adelige Ritter das Kettenhemd. Die komplette Rüstung für den ganzen Körper kam im Hochmittelalter wieder auf. Zwar dient so eine Rüstung der äußerlichen Abwehr, muss aber die Haut des Trägers verschonen. Zu diesem Zweck trug man darunter eine Polsterung, auch Gambeson oder Aketon genannt, die außerdem den Schutz einer Kettenrüstung erhöhte. Im 13. Jahrhundert etablierte sich der Plattenpanzer.
Eigenschaften der Plattenrüstung
Die Vorstellung, sich in einem Plattenpanzer, einem Vollharnisch zu bewegen oder gar zu rennen, fällt angesichts der Optik schwer. Die Rüstung war jedoch maßgefertigt und verteilte sich mit ihren 20-30 Kilo auf den ganzen Körper. Oft waren die Ritter das Tragen von Kindheit an gewöhnt. Das wirkliche Problem war nicht das Gewicht, sondern die Hitzeentwicklung. In der Schlacht von Azincourt zum Beispiel entwickelte der Herzog von York im Jahr 1415 eine solche Hitze, dass er einem Herzinfarkt erlag. Ein nächstes Problem stellte die Luftfeuchtigkeit dar, die eine Rüstung rosten ließ. Zum Schutz vor verrosten ging man dazu über, die Ritterrüstung zu schwärzen oder zu färben.
Die Kunst der Herstellung einer flexiblen Rüstung mit größtmöglicher Bewegungsfreiheit besaßen die Plattner, die sich mit dem Bewegungsapparat gut auskannten. Der gut erhaltene Harnisch von König Heinrich VIII. dient in den 60er Jahren gar als Vorbild zur Konstruktion eines Weltraumanzuges für die NASA.